Entdecken Sie die Atmosphäre der Ziyarat von Imam al-Kadhim in Bagdad, wo die irakische Großzügigkeit durch Service-Prozessionen (Mawakeb) mit kostenlosem Essen und Trinken glänzt. Erfahren Sie mehr über das Datum und wie Sie in dieses einzigartige kulturelle Ereignis eintauchen können.
Die Ziyarat (Pilgerbesuch) von Imam al-Kadhim (Friede sei mit ihm) in Bagdad zählt zu den größten jährlichen religiösen Versammlungen der Stadt. Im Zentrum steht der Schrein im Stadtteil Kadhimiya. [1] In den Tagen rund um den Höhepunkt gehen viele Pilgerinnen und Pilger zu Fuß durch Bagdad; entlang der Routen bieten Freiwillige und Mawakeb (Service-Stationen) Essen, Getränke und Ruheplätze an. [2]
Wenn du als Reisende:r nach Bagdad kommst (religiös motiviert oder aus kulturellem Interesse), findest du hier vor allem das Praktische: Was genau passiert, wann es üblicherweise stattfindet, was man trägt, wie man sich bei Straßensperrungen bewegt und welche Grundregeln der Etikette helfen.
Kurzüberblick (Key facts)
- Worum geht’s? Eine große schiitische Gedenk- und Pilgerreise zum Schrein von Imam Musa ibn Ja'far al-Kadhim in Bagdad. [1]
- Wo? Al-Kadhimiyah / Kadhimiya, Bagdad (rund um die goldenen Kuppeln). [1]
- Wann (Hidschri)? Höhepunkt am 25. Radschab.
- Wann (Schätzung 2026)? Viele berechnete Kalender setzen 25 Radschab 1447 in Irak auf den 14. Januar 2026 (± 1 Tag – je nach Mondbeobachtung und lokalen Bekanntmachungen). [3]
- Kosten: Viele Mawakeb bieten Essen und Getränke kostenlos an – trotzdem etwas Bargeld für Taxis, Snacks und Notfälle mitnehmen.
- Kleidung: Respektvoll und bedeckend; viele tragen schwarz oder dunkle Farben als Zeichen der Trauer. [5]
- Verkehr: Rechne mit starkem Gedränge und Straßensperrungen rund um Kadhimiya. [2]
- Fotos: Auf der Straße oft okay; in heiligen Bereichen können Regeln abweichen – Personal fragen und Menschen nicht aus der Nähe ohne Zustimmung fotografieren.
Hinweis: Das ist ein Reiseleitfaden, keine offizielle Ankündigung. Details wie Datum, Sperrungen und Zugangsvorgaben können sich ändern – vor Ort kurz verifizieren.
Mini-Glossar (Begriffe vor Ort)
- Ziyarat: Besuch/Pilgergang zu einem heiligen Ort.
- Kadhimiya: Stadtteil in Bagdad, in dem der Schrein liegt.
- Mashaya: Tradition, zu Fuß (oft in Gruppen) zum Schrein zu gehen.
- Mawakeb (Singular: Mawkib): Freiwillige Service-Stationen/Zelte für Pilger (Essen, Getränke, Ruhe). [2]
Im Monat Radschab wird Bagdad in diesen Tagen zur „Stadt der Fußgänger“. In der Nähe des Schreins können Hauptstraßen gesperrt sein; entlang der Wege reihen sich Mawakeb aneinander. [2]

Was ist die Ziyarat von Imam al-Kadhim – und was macht sie besonders?
Die Ziyarat erinnert an den Tod/das Martyrium von Imam Musa ibn Ja'far al-Kadhim, dem siebten Imam der Zwölferschiiten. Im Mittelpunkt steht sein Schrein in Kadhimiya – aber das Erlebnis ist breiter als eine Zeremonie im Gebäude: Es umfasst Fußrouten durch den Stadtteil, Mawakeb-Hilfsangebote entlang der Strecke sowie städtische Service- und Sicherheitsmaßnahmen an den Spitzentagen. [1] [2]
Für viele Besucher:innen ist vor allem die sichtbare Solidarität eindrucksvoll: Tee, Wasser und Mahlzeiten werden an den Routen häufig angeboten, ebenso Sitzplätze oder kurze Pausenmöglichkeiten. [2]
Wann findet die Ziyarat 2026 statt?
Der Höhepunkt liegt am 25. Tag des Radschab (Hidschri-Kalender). Da der islamische Kalender lunar ist, kann das gregorianische Datum um etwa einen Tag schwanken – je nach Sichtung und lokalen Bekanntmachungen.
Für 2026 setzen viele berechnete Kalender 25 Radschab 1447 im Irak auf 14. Januar 2026 (manchmal wird es je nach Ort einen Tag früher/später begangen). [3]
Die Stimmung baut sich meist über mehrere Tage auf. Wer die Wege mit etwas weniger Andrang erleben möchte, kommt oft einige Tage vor dem Peak – sollte aber trotzdem mit Sperrungen und dichten Routen rechnen. [2]

Mawakeb: Oft kostenlose Gastfreundschaft
Ein prägendes Element der Ziyarat sind die Mawakeb entlang der Straßen nach Kadhimiya – Ruhe- und Servicestationen, die von Anwohnern und Freiwilligen organisiert werden.
Unterwegs findest du häufig:
- Kostenloses Essen: Warme Mahlzeiten, besonders bekannt „Qeema mit Reis“ (irakischer Eintopf), außerdem Harees, Grillgerichte oder Sandwiches.
- Getränke (oft tagsüber und abends): Kardamom-Tee, Kaffee, Säfte und Wasser sind weit verbreitet.
- Komfort: Sitzgelegenheiten, manchmal Fußmassagen und teils auch Schlafmöglichkeiten.
Viele kommen lange ohne Einkäufe aus – trotzdem lohnt sich etwas Bargeld für Transport, persönliche Dinge und Notfälle.
Wie kann ich mitgehen?
Du brauchst keine komplizierte Planung – es spielt sich auf öffentlichen Straßen ab. So gehst du pragmatisch vor:
- Startpunkt flexibel wählen: Menschen schließen sich aus vielen Vierteln an; Routen können je nach Jahr und Tag variieren. Als Beispiele kannst du von einer belebten Strecke Richtung Kadhimiya starten (z. B. Karrada, Palestine Street oder Mansour) und dich am Fußgängerstrom sowie an Hinweisen vor Ort orientieren.
- Zu Fuß ist entscheidend: Viele Straßen und Brücken Richtung Kadhimiya können für Autos gesperrt sein. Bequeme Schuhe sind wichtig.
- Atmosphäre genießen – respektvoll: Geh in deinem Tempo, halte an Mawakeb für Tee an und grüße die Menschen. Viele berichten von einer offenen, einladenden Stimmung, besonders entlang der Servicerouten. [2]
- Trauercharakter beachten: Für viele ist es ein Gedenkanlass. In der Nähe des Schreins eher leise sprechen, bedeckt kleiden und „Touristenposen“ vor Trauernden vermeiden.

Was soll ich anziehen?
Da es sich um einen Traueranlass handelt, wird bedeckende, respektvolle Kleidung erwartet – vor allem in der Nähe des Schreins. Viele tragen schwarz oder dunkle Farben, aber es ist kein „strenges Muss“, wenn du das nicht dabeihast.
- Männer: Häufig dunkles Shirt/T‑Shirt mit bequemer Hose. Sehr grelle Farben oder Shorts besser vermeiden.
- Frauen: Viele tragen Abaya und Kopftuch, oder Kopftuch mit locker sitzender, bedeckender Kleidung. Dunkle Farben sind in Radschab-Gedenktagen üblich.
- Wetter: Im Januar kann es in Bagdad kühl sein, besonders abends und früh morgens – eine warme Jacke hilft.
Praktische Tipps
- Transport: Rechne mit Sperrungen und Stau rund um Kadhimiya. Taxis kommen nicht immer bis ganz nah heran – extra Fußweg einplanen. [2]
- Gedränge: Handy laden, Treffpunkt ausmachen, nicht schieben – langsam mitgehen und Anweisungen befolgen.
- Kontrollen & Routenänderungen: In der Nähe des Schreins sind Checkpoints und gelegentliche Umleitungen möglich. Ausweis mitnehmen, leicht packen (kleine Tasche) und den Hinweisen vor Ort folgen. [2]
- Fotografie: Auf der Straße oft okay, aber bei Nahaufnahmen um Erlaubnis bitten. Innen gelten häufig strengere Regeln – im Zweifel fragen und sofort aufhören.
- Notfall (Irak): Das Innenministerium hat 911 als einheitliche Notrufnummer eingeführt. Manche Berichte nennen fünf Sprachen: Arabisch, Kurdisch, Englisch, Persisch und Türkisch. Verfügbarkeit/Weiterleitung kann variieren – vor Ort kurz bestätigen (Hotel/Host oder verlässliche Kontakte). [4] [6]
Im Schrein: Etikette & Ablauf
- Beschilderung und Personal folgen: Regeln und Besucherfluss können sich an Spitzentagen ändern.
- Ruhig und rücksichtsvoll: Wege freihalten, leise sprechen, zum Anhalten an den Rand gehen.
- Schuhe & persönliche Dinge: In manchen Bereichen werden Schuhe abgelegt oder in Verwahrung gegeben – auf markierte Ablagen/Ansprechpersonen achten.
- Fotos: Drinnen konservativer annehmen: erst fragen, sofort stoppen, wenn es untersagt ist.
Mikro-Logistik: Timing & Essentials
- Beste Zeit: Frühmorgens oft ruhiger; abends atmosphärischer, aber voller – je nach Komfort mit Menschenmengen wählen.
- Zeit einplanen: Wegen Fußwegen, Kontrollen und langsamem Strom mehr Puffer einrechnen.
- Toiletten/Waschplätze: In der Umgebung teils vorhanden, aber Schlangen möglich – nutzen, wenn sich eine Gelegenheit bietet.
- Netz & Strom: In dichter Menge kann der Empfang schwanken – Powerbank mitnehmen und Karten/Screenshots offline speichern.

Besucher-Eindrücke (anekdotisch)
Die folgenden Zitate sind persönliche Eindrücke, die Visit Iraq per E‑Mail oder Direktnachricht erhalten hat. Sie dienen nur als Stimmungsbild (nicht als verifizierter Nachweis); Erfahrungen können variieren.
„Der Fußweg nach Kadhimiya ist schwer zu beschreiben. Die Großzügigkeit auf der Straße hat mich umgehauen – überall wird man zum Essen und Trinken eingeladen.“
- Einsendung eines Reisenden (2024)
„Ich hatte weder diese Organisation noch diese Menschenmenge erwartet. Trotz des Gedränges fühlte ich eine seltsame Ruhe. Und der Kardamom-Tee an den Mawakeb schmeckt wirklich anders.“
- Einsendung eines Reisebloggers (2023)
„Das Schönste ist der menschliche Geist. Ich sah, wie Menschen mit wenig andere versorgten – und wie Wohlhabende die Pilger bedienten. Eine Lektion in Demut und Geben.“
- Einsendung eines lokalen Besuchers (2025)

Häufige Fragen (FAQ) zur Ziyarat von Imam al-Kadhim
Quellen (für zentrale Fakten)
- Al-Kadhimiya Holy Shrine (offizielle Seite) – Imam al-Kadhim (Biografie + Ort in Kadhimiya, Bagdad): https://aljawadain.iq/alkadhum/
- Iraqi News Agency (INA/واع) – Plan der Stadt Bagdad für die Radschab-زيارة (Services, Koordination mit Schreinverwaltung und Mawakeb): https://ina.iq/ar/local/226079--.html
- IslamicCal (Iraq) – Hijri-Kalender Irak 1447 (25 Radschab 1447 = 14. Januar 2026): https://www.islamiccal.com/en/hijri-calendar/iraq/1447/
- Iraqi News Agency (INA/واع) – Einheitliche Notrufnummer 911 (Innenministerium): https://ina.iq/ar/political/225391--911.html
- Associated Press (AP News) – Hintergrund/Kontext zur Ziyarat: https://apnews.com/article/d468ee385e6c8c6e0c30c89fb73cee24
- NRT (NRTTV) – Sprachen des 911‑Dienstes (Arabisch, Kurdisch, Englisch, Persisch, Türkisch): https://nrttv.com/Ar/detail3/40060
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❓Frequently Asked Questions
Here are answers to frequently asked questions about the content above
Der Höhepunkt ist am 25. Radschab (Hidschri). Viele berechnete Kalender setzen den 25. Radschab 1447 im Irak auf den 14. Januar 2026, aber je nach Mondbeobachtung kann es um einen Tag abweichen.
Viele Mawakeb bieten kostenlos Essen, Getränke und kurze Pausen entlang der Wege an. Das Angebot variiert nach Ort und Uhrzeit – etwas Bargeld ist trotzdem sinnvoll.
Bedeckende, respektvolle Kleidung wird erwartet; viele Pilger tragen schwarz oder dunkle Farben als Zeichen der Trauer.
Rund um Kadhimiya kann es an Spitzentagen zu Straßensperrungen und Fahrzeugbeschränkungen kommen. Details variieren je nach Jahr und Tag.
Sicherheitslagen können sich ändern. Rechne mit Kontrollen und folge den Anweisungen vor Ort; prüfe außerdem aktuelle offizielle Reisehinweise deines Landes und beachte übliche Regeln für große Menschenmengen.
Das hängt vom Startpunkt ab – viele Menschen laufen grob zwischen 5 und 20 Kilometern oder mehr.
