Der Berg Korek ragt 2.127 Meter über Irakisch-Kurdistan auf und bietet alpine Landschaften, eine moderne 4 Kilometer lange Seilbahn, Wintersport sowie die historischen Ruinen des Erbil-Observatoriums aus dem Kalten Krieg.
Berg Korek
Hoch über den Kalksteintälern von Irakisch-Kurdistan erhebt sich der Berg Korek (kurdisch: Çîyayê Korek, چیای کۆڕەک) auf 2.127 Meter. Im Gouvernement Erbil nahe Soran und Rawandiz gelegen – etwa 110 Kilometer nordöstlich von Erbil – hat sich dieser Gipfel des Zagros-Gebirges von einem strategischen Militärstützpunkt zum führenden Bergresort der Region gewandelt.
Im Winter tief verschneit und im Sommer eine kühle Zuflucht vor der Hitze des Tieflands, bietet der Berg Korek das ganze Jahr über zugängliche alpine Landschaften.

Der Aufstieg: Die Doppelmayr-Seilbahn (Teleferic)
Über Jahrzehnte hinweg erforderte das Erreichen des Gipfelkamms beschwerliche Wanderungen oder Fahrten mit dem Geländewagen über unbefestigte Militärpisten. Heute gelangen Besucher bequem mit einer Umlaufseilbahn des österreichischen Herstellers Doppelmayr nach oben.
Die vor Ort als Teleferic bekannte Seilbahn erstreckt sich über rund vier Kilometer und gehört damit zu den längsten kontinuierlichen Seilbahnen des Nahen Ostens. Sie startet an einer Talstation nahe der Straße zu den Bekhal-Wasserfällen auf etwa 650 Metern Höhe und erreicht das Hochplateau in 15 bis 20 Minuten.
Während der Auffahrt eröffnen sich weite Panoramen:
- Talpanoramen: Die Rawandiz-Schlucht, Gebirgsbäche und terrassierte Obstgärten breiten sich in der Tiefe aus.
- Kalksteinfelsen: Die Gondeln schweben an steilen Karstformationen vorbei, welche die gefaltete Geologie des Zagros-Gebirges offenbaren.
- Ankunft am Gipfel: Die Bergstation liegt nahe der 2.000-Meter-Marke und führt direkt auf Hochgebirgsmatten und alpine Hänge.

Korek Mountain Resort & Alpine Freizeit
Auf dem Gipfelplateau befindet sich das Korek Mountain Resort & Spa, entwickelt von der kurdischen Darin Group. Die Anlage richtet sich sowohl an Tagesausflügler als auch an Übernachtungsgäste.
Winteraktivitäten
Von Ende Dezember bis März verzeichnet der Berg Korek zwischen 60 und 100 Schneetage, wobei die Temperaturen regelmäßig unter den Gefrierpunkt fallen:
- Tubing und Rodeln: Präparierte Hänge neben der Bergstation bieten Tubing-Bahnen, die an Wochenenden besonders bei Familien beliebt sind.
- Ski und Snowboard für Einsteiger: Sanfte Hänge ermöglichen es Anfängern, erste Schwünge im Schnee zu üben.
- Winterwanderungen: Markierte Wege laden Besucher mit festen Wanderschuhen zu Wanderungen entlang des Grates zu Aussichtspunkten ein.
Sommerfrische
Im Juli und August, wenn Tieflandstädte wie Bagdad und Erbil oft über 45 °C erreichen, liegen die Temperaturen auf dem Gipfel des Korek meist bei angenehmen 25 °C bis 30 °C. Bergwinde und Café-Terrassen machen das Plateau zu einer beliebten Zuflucht vor der Sommerhitze.
Einrichtungen des Resorts
Das Resort umfasst außerdem:
- Berg-Chalets: Rund 132 freistehende Villen und Chalets mit Heizung, Kochnische und Talblick.
- Gastronomie: Das Restaurant Chiya und das Café 1690 servieren kurdische Grillspezialitäten, Heißgetränke und Snacks hinter großen Panoramafenstern mit Blick auf die Gebirgskette.
- Freizeitangebote: Fahrgeschäfte im Freien, Seilrutschen (Ziplines) und Quad-Strecken, die je nach Witterung geöffnet sind.

Ein Relikt des Kalten Krieges: Das Erbil-Observatorium
Neben alpinen Freizeitangeboten birgt der Berg Korek ein faszinierendes Kapitel der irakischen Wissenschaftsgeschichte. Nahe dem Gipfelgrat stehen die Beton- und Stahlruinen des Erbil-Observatoriums.
Das Projekt wurde 1973 unter dem irakischen Präsidenten Ahmed Hassan al-Bakr mit geschätzten Kosten von 160 Millionen US-Dollar in Auftrag gegeben, um das führende astronomische Forschungszentrum des Nahen Ostens zu schaffen, wie in Scientific American beschrieben. Erbaut unter Beteiligung deutscher und schweizerischer Industrieunternehmen – darunter Carl Zeiss, Krupp, MAN, Liebherr und Baresel – war der Komplex für drei Hauptinstrumente ausgelegt:
- Eine 30-Meter-Radioteleskop-Schüssel.
- Ein optisches Spiegelteleskop mit 3,5 Metern Durchmesser in einer gepanzerten Kuppel.
- Ein optisches Teleskop mit 1,25 Metern Durchmesser.
Techniker schlossen die Tests am kleineren optischen Teleskop Ende 1983 unter klarem Gebirgshimmel ab. Da der Standort jedoch nur knapp 50 Kilometer von der iranischen Grenze entfernt lag, wurde er während des Ersten Golfkriegs (1980–1988) zu einem frontnahen militärischen Angriffsziel. Artillerie- und Luftangriffe beschädigten die Kuppeln 1985 schwer, weitere Treffer folgten während des Golfkriegs 1991. Heute stehen die verwitterten Betonschalen und freiliegenden Stahlkonstruktionen als stumme Zeugen auf dem Bergrücken.

Anreise und Besuchertipps
Anreise
Der Berg Korek liegt etwa zwei bis zweieinhalb Autostunden nordöstlich von Erbil entlang der Hamilton Road in Richtung Soran. Die asphaltierte Straße führt durch Shaqlawa und windet sich an der Schlucht des Gali-Ali-Bag-Wasserfalls vorbei. Taxis, private Fahrer und Ausflugsbusse verkehren täglich von Erbil zur Talstation der Seilbahn nahe Bekhal.
Praktische Hinweise
- Zwiebellook einpacken: Höhenwinde führen zu raschen Temperaturstürzen. Selbst im Sommer können Nachmittage kühl sein; im Winter sind warme Wintermäntel, Handschuhe und wasserdichtes Schuhwerk unerlässlich.
- Stoßzeiten: Freitags und an Feiertagen bilden sich am Ticketschalter der Seilbahn mitunter lange Schlangen. Am Wochenende empfiehlt sich die Anreise vor 10:00 Uhr morgens.
- Ausflugsziele in der Umgebung: Verbinden Sie den Besuch mit den Bekhal-Wasserfällen, Aussichtspunkten der Rawandiz-Schlucht und der Shanidar-Höhle in Mergasor.
Quellen
- Wikipedia: "Mount Korek"
- Scientific American: Simmons, Mike, "Seeing Stars in Iraq" (1. Januar 2007)
- Korek Mountain Resort: "Teleferic Specifications and Services"
- Wikipedia: "Erbil Observatory"
- Wikipedia: "A. M. Hamilton & Hamilton Road"
❓Frequently Asked Questions
Here are answers to frequently asked questions about the content above
Der Berg Korek befindet sich im Gouvernement Erbil in Irakisch-Kurdistan, nahe Soran und Rawandiz, etwa 110 Kilometer nordöstlich von Erbil.
Der Berg Korek erreicht eine Höhe von 2.127 Metern über dem Meeresspiegel im Zagros-Gebirge.
Die Seilbahn ist eine Doppelmayr-Umlaufbahn von rund 4 Kilometern Länge. Sie befördert Fahrgäste in 15 bis 20 Minuten von der Talstation bei Bekhal (ca. 650 m Höhe) zum Gipfelplateau auf rund 2.000 Meter.
Ja. Von Ende Dezember bis März fällt auf dem Berg Korek regelmäßig viel Schnee, was Snow-Tubing, Rodeln und Skifahren für Anfänger ermöglicht.
Das Erbil-Observatorium ist ein 1973 in Zusammenarbeit mit deutschen und Schweizer Unternehmen begonnenes astronomisches Forschungszentrum. Der Bau wurde durch den Ersten Golfkrieg gestoppt, sodass die Teleskopkuppeln als Ruinen auf dem Bergkamm verblieben.
Ja. Das Korek Mountain Resort & Spa betreibt rund 132 Chalets und Villen zusammen mit Restaurants und Freizeiteinrichtungen direkt auf dem Gipfelplateau.