Ein verehrter Heiligtumsort in Al-Kifl, der traditionell als Grab des Propheten Ezechiel gilt, mit historischer Moschee, Minarett und überdachtem Souk.
Ezechiels Schrein in Al-Kifl
Al-Kifl liegt am Euphrat zwischen al-Hillah und Nadschaf. Das bekannteste Wahrzeichen ist ein Schrein, der traditionell als Grab des Propheten Ezechiel gilt. Er wird in der jüdischen Tradition verehrt und im Islam mit Dhu al-Kifl verbunden. Der Schrein befindet sich in der al-Nukhailah-Moschee. (UNESCO-Welterbezentrum; Überblick zu Al-Kifl)

Ein gemeinsamer Pilgerort
Seit Jahrhunderten kamen jüdische und muslimische Besucher nach Al-Kifl, um den Propheten zu ehren. Die Stadt war ein wichtiges Pilgerziel für irakische Juden. Historische Berichte schildern Feste und Besuche aus der ganzen Region. Die Identifizierung des Grabes als Ezechiels Grab ist eine religiöse Überlieferung und keine durch die moderne Archäologie belegte Aussage. (Überblick zu Al-Kifl)
Das zentrale Merkmal des Schreins ist eine kegelförmige Kuppel über dem Grab auf einem achteckigen Sockel. In der Nähe befinden sich Gräber, die Gestalten der biblischen Überlieferung zugeschrieben werden, darunter Baruch. Der Komplex gehört heute zu einer Moschee und ist weiterhin ein Ort muslimischer Gottesdienste.

Moschee und Minarett
Die al-Nukhailah-Moschee und ihr historisches Minarett werden meist auf das Jahr 1316 und die Ilchanidenzeit datiert. Das Minarett kennzeichnet die Altstadt, in der auch Reste von Karawansereien erhalten sind, die einst Reisenden und Händlern dienten. Einige historische Gebäude wurden bei späteren Umbauten verändert oder gingen verloren. (Überblick zu Al-Kifl; Archnet, Schrein von Dhu’l Kifl)
Restaurierungsarbeiten werfen die Frage auf, wie das jüdische Erbe des Komplexes bewahrt und zugleich seine aktive muslimische Nutzung unterstützt werden kann. Besucher sollten ihn als genutzten heiligen Ort behandeln, nicht nur als historisches Denkmal.

Souk Daniel
Nahe dem Schrein liegt der überdachte Souk Daniel mit Ladenreihen unter einem langen Dach. Er befindet sich im historischen Geschäftsviertel von Al-Kifl. (Überblick zu Al-Kifl)
Fragen Sie, bevor Sie Menschen oder Innenräume von Geschäften fotografieren. Kleiden Sie sich am Schrein zurückhaltend und befolgen Sie die Anweisungen der Verantwortlichen. Gläubige können anwesend sein, und die Zugangsregelungen können sich ändern. Erkundigen Sie sich daher vor der Reise vor Ort nach den Besuchsmöglichkeiten. Al-Kifl liegt im Gouvernement Babil und ist von al-Hillah aus erreichbar. Prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuelle Straßen- und Sicherheitslage.

Ein respektvoller Besuch
Der Schrein verbindet eine lange jüdische Pilgergeschichte mit dem heutigen muslimischen Gebet. Seine Kuppel und sein Minarett liegen in einer größeren Altstadt mit dem Souk Daniel und den Überresten von Karawansereien. Nehmen Sie sich Zeit für das Heiligtum und die umliegende Stadt.
Häufige Fragen
Quellen
- UNESCO-Welterbezentrum, „The Site of Thilkifl“, https://whc.unesco.org/en/tentativelists/5805/ (abgerufen am 2026-01-18).
- Wikipedia, „Al-Kifl“, https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Kifl (abgerufen am 2026-01-18).
- Archnet, „Dhu’l Kifl Shrine“, https://archnet.org/sites/3948 (abgerufen am 2026-01-18).
❓Frequently Asked Questions
Here are answers to frequently asked questions about the content above
Er liegt in Al-Kifl im irakischen Gouvernement Babil am Euphrat zwischen al-Hillah und Nadschaf.
Das Grab wird traditionell als Grab des Propheten Ezechiel identifiziert. In der islamischen Tradition wird er mit Dhu al-Kifl verbunden.
Nein. Die Zuordnung ist eine langjährige religiöse Überlieferung; archäologische Belege weisen die Identität des Grabes nicht nach.
Der Komplex umfasst das traditionell zugeordnete Grab, eine kegelförmige Kuppel und ein historisches Minarett, das meist auf 1316 datiert wird.
Besucher können den überdachten Souk Daniel und Reste historischer Karawansereien in der Altstadt erkunden.
Der Schrein ist ein aktiver Gebetsort. Kleiden Sie sich zurückhaltend, befolgen Sie die Anweisungen der Verantwortlichen, fragen Sie vor dem Fotografieren und prüfen Sie die örtlichen Zugangs- und Reisebedingungen.